Die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT-Therapie)

 

 

 

 

Die TRT wurde in den 90er Jahren durch Prof. Dr. Pawel Jastreboff und Prof. Dr. Jonathan Hazell entwickelt und auf Basis des neurophysiologischen Tinnitusmodells beschrieben. Der Tinnitus wird, unabhängig vom Generator (Cochlea), als Folge einer Fehlschaltung im neuronalen Netzwerk erklärt. In einem ausführlichen 1988 von Jastreboff und Mitarbeitern vorgestellten Tinnitus-Modell wird bewiesen, dass der Tinnitus ein Resultat abnormer neuraler Aktivität in der Hörbahn ist, die im höheren auditorischen Zentrum als Geräusch interpretiert wird.

 

Jeder betroffene Tinnituspatient wird darüber aufgeklärt, dass es beim chronischen Tinnitus nicht nur um Wahrnehmung geht, sondern besonders darum, welche Reaktionen der chronische Tinnitus im Organismus auslöst. Das heißt, Wahrnehmung ist nicht gleich Reaktion.

 

Das neurophysiologische Tinnitusmodell stellt physiologische Prozesse dar und erklärt die Zusammenhänge zwischen auditorischem und nicht auditorischem bzw. limbischem und autonomem System. Das heißt, dass das System der Emotionen und der Aufmerksamkeit bei der Interpretation des chronischen Tinnitus eine große Rolle spielt.

 

Die Geräuschwahrnehmung entsteht, weil die Aktivitäten ausschließlich innerhalb des neuronalen, zentralen Systems stattfinden ohne entsprechende mechanische Bewegungen der Innenohrhaarzellen.

Der Tinnitus wird also nicht durch Schallwellen innerhalb oder außerhalb der betroffenen Person verursacht. Man muss dem Patienten verdeutlichen, dass der Tinnitus eine Phantomwahrnehmung darstellt, die im zentralen auditorischen Nervensystem generiert wird.

TRT besteht aus einer Kombination von Aufklärung/Beratung, umfassender Darstellung des neurophysiologischen Tinnitusmodells (Jastreboff/Hazell) und Soundtherapie (Hörsysteme, Rauschgeneratoren, Tinnitusinstrumente).

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