Tinnitus

 

 

 

 

Heute bezeichnet man den Tinnitus als psychoakustisches Phänomen/Phantom. In den allermeisten Fällen wird der Tinnitus nur von dem Betroffenen "gehört", für andere Personen ist er nicht wahrnehmbar; er besitzt keine äußere Quelle. Man spricht über "subjektiven Tinnitus".

 

Als "objektiven Tinnitus" bezeichnet die Wissenschaft eine Geräuschwahrnehmung aufgrund einer von außen wahrnehmbaren oder zumindest messbaren Schallquelle (z.B. Kiefermuskulatur, Gefäßmissbildungen, Tubenfunktionsstörungen).

 

Objektiver Tinnitus ist allerdings im Vergleich zum subjektiven Tinnitus sehr selten. Der subjektive Tinnitus wird von den Betroffenen häufig als Klingen, Brummen, Dröhnen, Tönen, Rauschen, Piepton, Knistern, Knacken, Knarren, Singen, Summen, Brausen oder Pochen usw. bezeichnet.

 

Ist die Wahrnehmung dieses Phänomens kürzer als drei Monate, sprechen wir über "akuten Tinnitus". Als subakut wird der Tinnitus bis zum sechsten Monat bezeichnet.

 

Ab dem sechsten Monat sprechen wir über "chronischen Tinnitus" (einige Quellen ab dem zwölften Monat). Der objektive Tinnitus kann auch von anderen Personen gehört oder gemessen werden; der subjektive Tinnitus wird nur vom Erkrankten wahrgenommen.

 

Bei jedem Tinnitus-Patienten ist eine fundierte, otoneurologische Diagnostik erforderlich. Eine interdisziplinäre Konsultation und ggf. Behandlungen anderer Fachärzte (Orthopäde, Urologe, Internist, Hausarzt, Kieferorthopäde, Zahnarzt) ist in vielen Fällen erforderlich.

 

In Deutschland leiden ca. 2 Mio. Menschen am chronischen Tinnitus. Ca. 1 Mio. Bürger werden durch zahlreiche Komorbiditätserkrankungen (depressive Episoden, Angstzustände usw.) sozial benachteiligt.

 

Ca. 250.000 Patienten mit Tinnituswahrnehmung/Hyperakusisleiden stellen sich jährlich als neue Patienten in den HNO-Praxen in Deutschland vor.